Auszahlungsvoraussetzungen

Zahlreiche Banken werben damit, dass sie ihren Kunden eine besonders schnelle Auszahlung von Krediten und Darlehen anbieten können. Die Praxis zeigt allerdings, dass eine Kreditauszahlung gar nicht immer so schnell erfolgen kann, wie es in den Kreditangeboten häufig angepriesen wird. Denn nur weil ein Kreditvertrag zustande gekommen ist, ist die Bank noch längst nicht zu einer Auszahlung verpflichtet. Erst wenn der Kreditnehmer die so genannten Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt, wird die Auszahlung vorgenommen. Wie es der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich bei den Auszahlungsvoraussetzungen um ganz bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit die Bank eine Auszahlung vornehmen kann. Welche Voraussetzungen das im Einzelnen sind, hängt vom jeweiligen Kredit oder Darlehen ab. Bei einem Ratenkredit oder Sofortkredit sind diese Voraussetzungen meistens relativ einfach zu erfüllen. Häufig wird vom Kreditnehmer lediglich verlangt, dass er am so genannten Postident Verfahren teilnimmt und sich auf diese Weise legitimiert. Geht es hingegen um größere Darlehensbeträge, wie es zum Beispiel bei Immobilienfinanzierungen der Fall ist, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Je nach Art des Darlehens müssen die Darlehensnehmer unzählige Nachweise erbringen, bis eine Darlehensauszahlung endlich erfolgen kann. Ein gutes Beispiel ist die Baufinanzierung. Weil üblicherweise die Immobilie zur Besicherung des Darlehens gilt, kann eine Auszahlung erst dann erfolgen, wenn zahlreiche Aufgaben erledigt wurden und die Immobilie tatsächlich als Sicherheit dient. So zählt zu den Auszahlungsvoraussetzungen von Immobiliendarlehen die Einsendung unzähliger Belege. Einige Belege, wie zum Beispiel beglaubigte Kopien des Kaufvertrags können die Darlehensnehmer selbst einreichen.

Andere Belege, wie zum Beispiel die vollstreckbare Ausfertigung der Grundschuldbestellungsurkunde, werden vom Grundbuchamt erstellt und an die Bank weitergeleitet. Für Darlehensnehmer bedeutet das, dass sie sich nach der Unterschrift eines Kreditvertrags nicht unbedingt zurücklehnen können, sondern stattdessen noch einen mehr oder weniger großen Aufwand betreiben müssen, bis die Auszahlung veranlasst werden kann. Vor allem dann, wenn es um große Darlehensbeträge geht und unzählige Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sein müssen, sollte man sich nicht zurücklehnen, sondern möglichst bald an die Arbeit machen, damit eine termingerechte Auszahlung gewährleistet ist.