Baisse

An der Börse gibt es für Spekulanten grundsätzlich zwei Situationen, auf die man spekulieren kann, nämlich auf steigende oder auf fallenden Kurse. Steigen die Kurse an der Börse über einen längeren Zeitraum hinweg, so wird dieses als Hausse bezeichnet. Das Gegenteil der Hausse wird als Baisse bezeichnet, nämlich über einen längeren Zeitraum kontinuierlich fallende Aktienkurse. Nicht zu verwechseln ist die Baisse jedoch mit einem Crash, denn dieser kennzeichnet das sturzartige Fallen der Kurse innerhalb eines Tages oder im Zeitraum von wenigen Tagen. Die Baisse hingegen ist eher durch ein langsames, aber andauerndes Sinken der Aktienkurse gekennzeichnet. In der Börsensprache wird auch statt der Baisse von einem Bärenmarkt oder einem Verkäufermarkt gesprochen. Auch wenn von vielen Finanzexperten die Baisse stets als etwas Negatives dargestellt wird, so handelt es sich eigentlich bei diesen über einen längeren Zeitraum fallenden Kursen um einen relativ normalen Vorgang. Dieser begründet sich darauf, dass die Wirtschaft generell in Zyklen verläuft, und somit auch die Unternehmen und die Börse Schwankungen unterliegt. Somit ist es relativ normal, dass Aktienkurse über einen Zeitraum ansteigen, stagnieren oder eben auch fallen können. Während für den langfristig orientierten Anleger eine Baisse kaum ein Problem darstellt, weil die Aktienkurse auf Sicht von zehn Jahren oder länger im Durchschnitt trotz einer oder mehrerer zwischenzeitlicher Baissen dennoch steigen, haben sich inzwischen auch die spekulativ eingestellten Kunden auf eine mögliche Baisse bestens eingestellt. So werden am Finanzmarkt inzwischen zahlreiche Finanzprodukte angeboten, mittels derer man auch bei fallenden Aktienkursen Gewinne erzielen kann. Derivate geben dem Anleger somit die Chance auf fallende Kurse zu setzen, beispielsweise in Form von Optionen, Futures oder durch andere Produkte, die auch als Short-Produkte bezeichnet werden.

Grundlage der Spekulation auf fallende Kurse, sei es in Form einer kurzfristigen Korrektur oder auch in Form einer Baisse, ist stets der Leerverkauf. Es werden entweder per Kassa oder durch Termingeschäfte zum Beispiel Aktien verkauft, die man dann später zu hoffentlich niedrigeren Kursen kaufen kann. In dieser Möglichkeit sehen viele Experten allerdings auch eine Gefahr, nämlich dass man durch das massive Spekulieren auf fallende Kurse faktisch eine "künstliche" Baisse erzeugen kann.