Cost-Average-Effekt

Den Begriff Cost-Average-Effekt kennt man in erster Linie aus dem Bereich Investmentfonds. Übersetzt bedeutet Cost Average Effekt soviel wie Kostendurchschnitts-Effekt. Auch wenn sich der Name zunächst etwas kompliziert anhört und sich viele Anleger nichts darunter vorstellen können, so nutzen heute im Grunde bereits fast alle Anleger diesen Effekt ohne es zu wissen, falls sie im Bereich Investmentfonds einen Fondssparplan nutzen. Wie der Cost-Average Effekt funktioniert und auf welchen Annahmen er basiert, ist sehr gut an einem Praxisbeispiel zu erkennen. Im Bereich Fondssparplan gibt es vom Grundsatz her zwei Möglichkeiten, auf welche Art und Weise man regelmäßig Fondsanteile erwerben kann. Die erste Möglichkeit besteht darin, monatlich oder auch zwei-monatlich eine Anzahl X von Fondsanteilen zu erwerben. Die Alternative besteht darin, nicht eine bestimmte Anzahl von Anteilen kontinuierlich zu erwerben, sondern Anteile für einen festen Betrag zu kaufen, beispielsweise für 150 Euro im Monat. Und genau auf den Unterschied dieser zwei Varianten geht der Cost-Average Effekt ein, welche der beiden Varianten die kostengünstigere bzw. ertragreichere ist. Zum Vergleich folgend ein kurzes Beispiel: Der Anleger A möchte gerne in einen Aktienfonds investieren, und zwar im Rahmen eines Fondssparvertrages. Er steht nun vor der Alternative, ob er monatlich zwei Fondsanteile kauft oder für 100 Euro monatlich Anteile erwirbt und entscheidet sich für die erste Variante, also für den Kauf einer bestimmten Anzahl von Anteilen pro Monat. Anleger B hingegen möchte zwar den gleichen Aktienfonds kaufen, er entscheidet sich jedoch für die zweite Variante, also für den regelmäßigen Erwerb der Anteile für monatlich 100 Euro Gegenwert. Die ersten sechs Monate weisen die Fondsanteile folgende Preise (pro Anteil) auf: 1. Monat: 50 Euro, 2.Monat: 54 Euro, 3. Monat: 49 Euro, 4. Monat: 46 Euro, 5.Monat: 52 Euro, 6.Monat: 57 Euro. Der Anleger A kauft regelmäßig zwei Fondsanteile pro Monat, woraus sich insgesamt eine Ausgabe von 616 Euro ergibt. Anleger B hingegen kauft für monatlich 100 Euro, gibt also in den sechs Monaten insgesamt 600 Euro aus. Um nun beurteilen zu können, mit welcher Variante man "besser" gefahren wäre, muss man den durchschnittlichen Einkaufspreis errechnen, in dem man die Ausgaben in Verbindung mit dem Anteilsbestand bringt. Anleger A besitzt 12 Fondsanteile und hat dafür 616 Euro ausgegeben, was zu einem durchschnittlichen "Einkaufpreis" von 51,33 Euro pro Anteil führt.

Anleger B hingegen besitzt zwar nur 11,7438 Anteile, hat dafür aber auch nur 600 Euro ausgegeben. Daraus ergibt sich für den Anleger B ein durchschnittlicher Einkaufspreis von 51,09 Euro. Somit konnte der Anleger B also durch den regelmäßigen Kauf der Anteile für einen festen Betrag (100 Euro) im Durchschnitt den Fondsanteil um 24 Cent preiswerter erwerben als Anleger A, und genau das ist der Cost-Average-Effekt. Zustande kommt dieser aufgrund der Tatsache, dass der Anleger B bei hohen Fondspreisen weniger Fondsanteile erwirbt, bei niedrigen Preisen jedoch mehr Anteile, also flexibel reagieren kann, während Anleger A immer kontinuierlich zwei Anteile erwirbt.