Fremdwährungsanleihe
Im Bereich der Anleihen, die sehr häufig auch als Renten oder Rentenwerte tituliert werden, gibt es verschiedene Unterscheidungsmöglichkeiten. Ein Merkmal besteht zum Beispiel darin, ob die Anleihe (aus Sicht des Anlegers) in der eigenen Währung emittiert wird oder ob eine andere (fremde) Währung Grundlage der Emission ist. Handelt es sich nicht um eine Anleihe, die (aus Sicht eines deutschen Anlegers) in Euro ausgegeben wird, dann spricht man in diesem Fall von einer so genannten Fremdwährungsanleihe, kurz auch als Währungsanleihe bezeichnet. Vom Grundsatz her unterscheidet sich die Fremdwährungsanleihe zunächst einmal nur darin von vielen sonstigen Anleihen, dass eben die Anleihe nicht auf Euro, sondern auf eine andere Währung lautet, zum Beispiel auf Britische Pfund Sterling oder auf Schweizer Franken. Die fremde Währung muss dann vom Anleger beim Kauf der Anleihe gezahlt werden und beim späteren Verkauf erhält der Anleger sein Kapital natürlich wiederum in der fremden Währung zurück. Man muss demnach zwei Mal die eigenen Währung mit der Fremdwährung tauschen, einmal beim Kauf und einmal beim Verkauf der Anleihe. Und genau aus dieser Tatsache ergibt sich auch die besondere Chance bzw. das besondere Risiko einer solchen Währungsanleihe. Für den Anleger besteht hier nämlich gegenüber einem verzinslichen Wertpapiere, welches in Euro emittiert wird, ein Währungsrisiko. Während der Laufzeit, innerhalb deren man die Fremdwährungsanleihe im Depot hat, wird sich der Währungskurs (Devisenkurs) zwischen dem Euro und der fremden Währung natürlich verändern. Dieses kann für den Anleger dann später einen Währungsgewinn oder einen Währungsverlust verursachen. Positiv ist es für den Anleger, wenn die fremde Währung zwischen dem Zeitpunkt des Kaufs der Anleihen und des Verkaufs an Wert gewinnt. In diesem Fall erhält der Anleger nämlich umgerechnet mehr Euro zurück, als er für den Kauf der Fremdwährungsanleihe investieren musste. Zum besseren Verständnis das folgende Beispiel. Ein Kunde möchte eine Währungsanleihe über einen Nennwert von 200.000 Dänische Kronen kaufen. Der Währungskurs Dänische Kronen zu Euro liegt beim Kauf der Anleihe bei 6,80 Kronen je Euro. Daraus ergibt sich, dass der Anleger 29.411 Euro aufbringen muss, um dafür 200.000 Kronen zu erhalten.
Wenn nun der Kurs beim Verkauf der Anleihe bei 6,60 Kronen für einen Euro liegt (der Wert der Kronen ist also gestiegen), bekommt der Anleger beim Tausch der Kronen gegen den Euro eine Summe von 30.303 Euro zurück. Es wurde also ein Währungsgewinn von rund 900 Euro erzielt. Wäre der Kurs der Dänischen Kronen gegenüber dem Euro hingegen während der Laufzeit gefallen, so hätte der Anleger einen Währungsverlust verbuchen müssen. Diese Währungsrisiken und Chancen sind das Hauptmerkmal der Währungsanleihen. Ansonsten werden die Anleihen "ganz normal" verzinst, sind in der Regel an der Börse notiert, besitzen eine Laufzeit zwischen drei und zehn Jahren und werden von ausländischen Staaten oder von Unternehmen aus dem Ausland emittiert.