Gesetzesentwurf Gesundheitsreform

Schon seit vielen Jahren steht unser Gesundheitssystem unter hohem Druck. Die Kosten sind so enorm angestiegen, dass das System auf lange Sicht nicht aufrechterhalten werden kann. Vor allem die gesetzlichen Krankenkassen stehen unter enormen Druck und schreiben größtenteils rote Zahlen - während die Anbieter privater Krankenversicherungen finanziell auf festem Boden stehen. Das bedeutet, dass Privatversicherte eine deutlich bessere medizinische Versorgung genießen können, als es bei gesetzlich Versicherten der Fall ist. Um jedoch eine Gesundheitsversorgung für alle Bundesbürger gewährleisten zu können, ist eine Reform des Gesundheitssystems angedacht. Im Jahre 2006 legte die große Koalition ihren Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform vor. Der Entwurf sieht zahlreiche Änderungen vor, die vor allem die gesetzlichen Kassen entlassen sollen. Die Entlastungen sollen vor allem dadurch erzielt werden, dass sich die Anbieter privater Krankenversicherungen ihre Versicherungsnehmer nicht mehr aussuchen dürfen. Sollte der Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform durchgesetzt werden, so wird es für jeden möglich sein, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln zu können, ohne bestimmte Anforderungen, wie zum Beispiel eine Mindesteinkommenshöhe, erfüllen zu müssen. So sollen die Versicherungsgesellschaften beispielsweise den Basistarif innerhalb der privaten Krankenversicherung anbieten, der günstig ist und einen grundlegenden Versicherungsschutz bietet. Die Versicherungsgesellschaften haben im Bezug auf den Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform natürlich ihre Bedenken. Für sie wäre eine Umsetzung des Gesetzentwurfs mit erheblichen Änderungen und starken finanziellen Einschnitten verbunden. Etliche Experten gehen davon aus, dass so mancher Anbieter mit dieser Situation nicht zurechtkommen wird, was eine Konsolidierung des Versicherungsmarktes zur Folge haben könnte.

Allerdings betrifft die Gesundheitsreform nicht nur die Kassen sondern auch die Versicherungsnehmer. So ist beispielsweise vorgesehen, dass sie in Zukunft deutlich mehr Zuzahlungen leisten müssen und des Weiteren einige Leistungen gestrichen werden. Nur durch diese Einsparungen kann das Gesundheitssystem aufrechterhalten werden. So ist unter anderem vorgesehen, dass Zahnersatzleistungen von den Kassen nicht mehr übernommen werden und im Bedarfsfall eigene bzw. zusätzliche Versicherungen abgeschlossen werden müssen. Die Zuschüsse für Medikamente werden ebenfalls gekürzt. Davon ist natürlich niemand begeistert. Doch letztendlich kann man der Regierung den Gesetzentwurf nicht übel nehmen, schließlich muss es Änderungen geben, damit für alle Bürger eine medizinische Versorgung gewährleistet werden kann.