Hausse
An der Börse gibt es im Prinzip fünf unterschiedliche Arten von Kursbewegungen, welche die Veränderung der Wertpapierkurse auf breiter Ebene kennzeichnen. Diese Kursbewegungen geben jeweils eine Richtung an, in welche sich die Kurse der Aktien entwickeln. Es handelt sich dabei um einen leichten oder vorübergehenden Anstieg der Kurse, ein Fallen der Kurse, eine Seitwärtsbewegung (Kurse relativ unverändert), eine Baisse und eine Hausse. Während eine Baisse ein Fallen der Aktienkurse über einen längeren Zeitraum bezeichnet, ist die Hausse genau das Gegenteil. Diese beinhaltet nämlich, dass die Aktienkurse über einen längeren Zeitraum hinweg deutlich an Wert gewinnen. Die Hausse ist demnach von kontinuierlichen Kurssteigerungen gekennzeichnet. Dabei ist vor allen Dingen die relativ lange Dauer der Kurssteigerung ein Merkmal für die Bezeichnung Hausse, denn wenn die Aktienkurse nur über ein paar Tage oder wenige Wochen hinweg ansteigen wird noch nicht von einer Hausse gesprochen. Eine feste Grenze, ab welchem Zeitraum oder ab welcher Stärke der Kursanstiege man letztendlich die Bezeichnung Hausse benutzt gibt es nicht. In der Regel hat sich die Nutzung des Begriffes auf Seiten der Finanzexperten und Analysten so eingebürgert, dass man dann von einer Hausse spricht, wenn die Aktienkurse in einem Zeitraum von mehreren Monaten mindestens um 10 bis 20 Prozent im Durchschnitt gestiegen sind. Neben der Nachhaltigkeit des Kursanstieges ist es vor allen Dingen auch wichtig für die Richtigkeit der Kennzeichnung der Kursbewegung als Hausse, dass die Kurssteigerungen sich auf breiter Front vollziehen. Falls also nur einzelne Aktienwerte kontinuierliche und größere Kurssteigerungen verzeichnen können, so spricht man hier ebenfalls nicht von einer Hausse. Sollten aber zum Beispiel über einige Monate hinweg im Durchschnitt 25 der 30 DAX-Aktien Kursgewinne verzeichnen, könnte man in diesem Fall sicherlich von einer Hausse sprechen.
Der Vorteil einer solchen Bewegung ist für die positiv investierenden Anleger, also für Anleger, die auf steigende Kurse hoffen, dass sich die Bewegung im Rahmen der Hausse oftmals verselbstständigt. In der Praxis sieht das dann so aus, dass viele Anleger beobachten, dass die Aktienkurse nun schon einige Wochen angestiegen sind und sie daher schnell noch auf diesen "Zug aufspringen" möchten, was wiederum für weiterhin steigende Kurse sorgt. Die Gefahr der Hausse besteht darin, dass sich die gefürchtete "Blase" bildet und irgendwann "platzt", sodass die Kurse dann rapide abstürzen können.