Hebel

Hebel

Bei vielen Geldanlagen kann der Anleger festgelegte Renditen in Form von Zinsen oder sonstigen Erträgen wie Dividenden erzielen. Die Rendite bezieht sich hier auf das angelegte Kapital und stellt einen bestimmten Prozentsatz dar. Gleiches gilt auch für Kurssteigerungen von Aktien. Ist der Kurs einer Aktie zum Beispiel innerhalb eines Jahres um 20 Prozent gestiegen, so hat der Aktionär in diesem Zeitraum eine Rendite von 20 Prozent erzielt. Es gibt jedoch auch bestimmte Finanzprodukte, die einen so genannten Hebel beinhalten. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Konstruktion die dafür sorgt, dass sich mögliche Gewinne potenzieren. Auf das Beispiel der Aktie überragen würde das bedeuten, falls ein Produkt mit einem Hebel von 2 ausgestattet ist, würde bei einem Gewinn der Aktie von 20 Prozent der Anleger einen potenzierten Gewinn von 40 Prozent machen, eben aufgrund des bestehenden Hebels von 2. Es gibt in erster Linie vier verschiedene Produktarten im Finanzbereich, welche einen solchen Hebel aufweisen können. Dabei handelt es sich bei allen Produktarten um spekulative Investments, also um Formen der Geldanlage, die mit einem recht hohen Risiko verbunden sind. Diese vier unterschiedlichen Produkte bzw. Investmentarten sind bestimmte Zertifikate (Hebelzertifikate), Optionsscheine, CFDs (Contracts For Difference) und auch der Devisenhandel fällt in diesen Bereich. Die Größe des Hebels ist dabei abhängig vom Anbieter und vom jeweiligen Produkt und schwankt zwischen einem Hebel von 2 bei manchen Zertifikaten bis hin zu einem extrem hohen Hebel von bis zu 400 im Bereich des Devisenhandels. Grundsätzlich muss man als Anleger wissen, dass ein Hebel zwar immer die Chance auf recht hohe Gewinne bedeutet, auf der anderen Seite aber auch stets die Gefahr von höheren Verlusten gegeben ist. Denn ein Hebel von beispielsweise 5 bedeutet nicht nur, dass man den 5-fachen Gewinn auf Basis von 100 Prozent erzielen kann, sondern auch einen 5 mal höheren Verlust, etwas vereinfacht ausgedrückt. Bei den Hebelzertifikaten ist es zum Beispiel so, dass man die Chance auf einen potenzierten Gewinn (zum Beispiel bei einem Hebel von 2) damit "bezahlen" muss, dass es eine Knock-Out Schwelle gibt, ab welcher das Zertifikat wertlos wird.

Der Hebel bietet also auf der einen Seite eine Chance auf höhere Gewinne als bei einem "normalen" Zertifikat, führt aber gleichzeitig auch zu einem erhöhten Verlustrisiko. Gleiches gilt für den Hebel bei Optionsscheinen, der hier durch den Zeitwert des Optionsscheines auf der einen Seite und den Verfallstermin auf der anderen Seite verursacht wird. Generell bewegen sich die Hebel im Bereich der Optionsscheine im Rahmen zwischen 2-20. Noch deutlich höher sind die möglichen Hebel beim Handel mit CFDs und mit Devisen. Der Hebel kommt hier aufgrund der Tatsache zustande, dass der Anleger vom Broker Geld geliehen bekommt, was zu einem deutlich höheren möglichen Kapitaleinsatz führt und somit eben auch zu möglichen hohen Gewinnen – und Verlusten. Hebel von 50 bis 400 sind in diesem Bereich der Durchschnitt.