Geschlossene Immobilienfonds
Es gibt zwei Arten von Immobilienfonds, nämlich offene Immobilienfonds und geschlossene Immobilienfonds. Während die erste Art den meisten Anlegern geläufig ist und sich in vielen Depots wieder findet, so sieht es bei den geschlossenen Fonds ganz anders aus. Viele Anleger sind noch nicht einmal mit dem Prinzip vertraut, das sich hinter diesen Fonds verbirgt. Im Folgenden soll es genauer vorgestellt werden. Die größte Besonderheit bei dieser Art von Fonds besteht darin, dass sie geschlossen sind. Damit ist gemeint, dass das Fondsvolumen begrenzt ist und nur eine bestimmte Anzahl an Fondsanteilen ausgegeben wird. Wenn alle Fondsanteile verkauft sind, besteht keine Möglichkeit mehr, an weitere Anteile zu gelangen - im Prinzip bleibt nur die Möglichkeit, anderen Anteilseignern entsprechende Anteile abzukaufen. Gleichzeitig ist es so, dass die Fondsanteile nicht über die Börse gehandelt werden. Für die Anleger bedeutet das, dass es sehr schwer ist, Fondsanteile zu veräußern. Stattdessen ist bei den meisten Fonds eine feste Laufzeit vorgesehen, für welche die Anteilseigener ihre Anteile halten müssen. Nach Ablauf dieser Zeit, werden die Anteile von der Investmentgesellschaft zurückgenommen. Verallgemeinert lässt sich sagen, dass die Anleger ihre Fondsanteile für einen Zeitraum von durchschnittlich zehn Jahren halten müssen. So manch einer mag sich jetzt vielleicht fragen, weshalb der Kauf von geschlossenen Immobilienfonds überhaupt in Betracht gezogen werden sollte, da die schwierige Veräußerbarkeit eher als ein Nachteil betrachtet werden kann. Dennoch ist das Interessen an geschlossenen Fonds sehr groß, da diese vor allem dafür bekannt sind, dass sie in den ersten Jahren Verluste erzielen - und diese Verluste können steuerlich geltend gemacht werden. Inzwischen wurde dies vom Gesetzgeber aber drastisch eingeschränkt bzw. praktisch abgeschafft.
Konkret sieht es so aus, dass man seine Anteile erwirbt, dann von einem steuerlichen Vorteil profitiert und im Idealfall auf andere Einnahmen aus Kapitalgeschäften gar keine Steuern zu entrichten hat. Nach dem Ablauf des Anlagezeitraums erhält man sein Kapital entsprechend verzinst zurück, da nach dem Verlustzeitraum teilweise sehr gute Renditen erwirtschaftet werden. Abschließend soll darauf hingewiesen werden, dass geschlossene Immobilienfonds sehr komplex und im Prinzip nur für kapitalstarke Anleger interessant sind. Im Rahmen des Erwerbs sind unzählige Punkte zu beachten, so dass man sich mit dem Thema im Vorfeld intensiv auseinandersetzen muss. Außerdem sollte man die Beratung durch einen Experten in Anspruch nehmen, bevor man eine Anlage in geschlossene Immobilienfonds tätigt.