IPO
Bei dem Begriff IPO handelt es sich um die Abkürzung für "Initial Public Offering". Damit ist gemeint, dass Aktien das erste Mal den möglichen Anlegern an der Börse angeboten werden, man spricht daher auch von einer Neuemission. Im Rahmen des Börsenganges gibt es vor der ersten Notierung der Aktie an der Börse fast immer eine gewisse Zeit, innerhalb derer man die Aktie bereits vor der ersten Börsennotierung erwerben kann. Dieser Vorgang wird mit dem Begriff Zeichnung tituliert und steht heutzutage zeitlich fast vor jeder Einführung an der Börse. Für den Anleger hat die Zeichnung den Vorteil, dass er die Aktien so häufig preiswerter bekommen kann, als wenn er diese am ersten Handelstag an der Börse kaufen würde. Allerdings ist es auch oftmals der Fall, dass die Interessenten zusammen gerechnet eine größere Anzahl von Aktien zeichnen möchten als insgesamt angeboten werden. In diesem Fall spricht man auch von einer Überzeichnung. Besonders im Blickpunkt standen die IPOs zwischen 1998 und 2000, denn in diesen Jahren konnte man eine zugeteilte Aktie fast schon als eine Art von Lottogewinn betrachten. In diesem Zeitraum waren die Emissionen oftmals bis zum 10-fachen überzeichnet, sodass der erste notierte Kurs der jeweiligen Aktie dann häufig mehr als 400 Prozent über dem Kurs lag, zu welchem man die Aktien zeichnen konnte. Das galt besonders für die Aktien des Neuen Marktes. Nach Platzen der "Neue-Markt-Blase" ging das Interesse an IPOs jedoch deutlich zurück, und zwar sowohl von Seiten der Anleger als auch von Seiten der emittierenden Unternehmen aus. Dennoch ist der Börsengang natürlich nach wie vor eine sehr geeignete Möglichkeit zur Kapitalbeschaffung von Unternehmen. Durchgeführt wird der Börsengang in der Regel nicht vom Emittenten (Aktiengesellschaft) selber, sondern von einigen Banken, die in den meisten Fällen in Form eines Konsortiums auftreten.
Das Ziel der Emission aus Sicht des Emittenten ist es natürlich, einen möglichst guten Preis für eine Aktie erzielen zu können. Gibt eine Aktiengesellschaft beispielsweise 500.000 neue Aktien aus, so würde jeder Euro, den die Aktie bei der Emission vom Kurs her mehr wert ist eine zusätzliche Einnahme von 500.000 Euro bedeuten. In Deutschland werden die IPOs von den zuständigen Organisationen (Börsenaufsicht etc.) sehr stark überwacht und die Unternehmen müssen sich an viele Vorschriften halten, besonders was die Publizierungs-Regeln betrifft.