Länderfonds
Die vielen tausend Investmentfonds, an denen man sich als Anleger heute in Form des Kaufs der Fondsanteile beteiligen kann, lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen. Die Hauptunterscheidung findet zum Beispiel danach statt, in welche Art von Finanzprodukten die jeweiligen Fonds investieren (Aktien, Renten, Geldmarkttitel oder Immobilien) und ob es sich um offene Fonds oder um geschlossene Fonds handelt. Ferner lassen sich die Fonds noch in weitere Gruppen einteilen. Aktienfonds kann man beispielsweise in Branchenfonds, Regionenfonds oder nach Länderfonds unterteilen. Bei den Branchenfonds ist es so, dass die Fondsgesellschaft nur in Aktien aus bestimmten Branchen investiert, zum Beispiel in Aktien aus der Versorger-Branche. Bei den Regionenfonds investieren die Fonds hingegen in Unternehmen, die aus einer bestimmten Region stammen, zum Beispiel aus Südostasien. Länderfonds hingegen selektieren die Aktienwerte danach, aus welchem Land das jeweilige Unternehmen stammt. Von der historischen Entwicklung her ist es so, dass sich die Regionenfonds praktisch als Erweiterung aus den Länderfonds entwickelt haben. So zählen beispielsweise Fonds, die in Unternehmen aus der Eurozone investieren schon zu den Regionenfonds und nicht mehr zu den Länderfonds. Ein Länderfonds hingegen beschränkt sich in der Praxis wirklich nur auf Aktien aus einem Land, zum Beispiel aus Deutschland. So gibt es zum Beispiel viele Länderfonds, die ausschließlich in Aktien aus den USA, aus Japan, aus Deutschland oder aus anderen einzelnen Staaten investieren, welche sie für besonders interessant halten. Für den Anleger bieten die Länderfonds sowohl Vorteile als auch Nachteile. Es kommt allerdings auch darauf an, mit welchem anderen Anlageprodukt man den Länderfonds vergleicht. Zudem gibt es neben den reinen Aktienfonds als Länderfonds auch gemischte Fonds. Diese Länderfonds investieren dann sowohl in Aktien als auch in Anleihen, begrenzen ihr Investment aber auch hier auf ein bestimmtes Land. Die Vorteile für den Anleger liegen beim Länderfonds vor allen Dingen im Vergleich zum direkten Investment in Aktien darin, dass man sich nicht auf einzelne Aktienwerte konzentrieren muss bzw. in der Hinsicht eine Entscheidung treffen muss. Investiert man in einen Länderfonds, dann ist das im Grunde mit einem Investment in ein Index-Zertifikat zu vergleichen, da auch hier nahezu alle wichtigen Aktien des Landes indirekt vertreten sind. Der Länderfonds kann für den Anleger aber auch Nachteile haben, insbesondere im Vergleich zu Regionenfonds.
Beim Länderfonds konzentriert man sich immerhin auf einzelne Länder, während man mit dem Regionenfonds eben eine bestimmte Region, also mehrere Länder abdeckt. Die Problematik wird besser an einem Beispiel deutlich. Angenommen, die meisten Experten sagen in einigen Ländern in Südasien eine sehr gute wirtschaftliche Entwicklung voraus, es werden jedoch keine konkreten Länder als Favoriten genannt. Entscheidet man sich nun beispielsweise für einen Länderfonds, welcher in Aktien aus Thailand investiert, geht man das Risiko ein, dass Thailand nicht zu den "Gewinnern" gehört. Wählt man jedoch einen Regionenfonds Südasien, hat man somit alle in Frage kommenden Länder abgedeckt, was jedoch natürlich durch die Streuung die Rendite etwas "aufweichen" könnte.