Medienfonds
Auch für den Bereich der Film- und Fernsehindustrie gibt es inzwischen bestimmte Kapitalgeber, die in Form der so genannten Medienfonds auftreten. Durch das Kapital, welches die Medienfonds von den Anteilseignern sammeln, werden im Folgenden eine oder mehrere Film- oder Fernsehproduktionen finanziert. Wenn man bedenkt, dass die Produktion einen Kinofilms zum Beispiel in den USA Beträge kostet, die im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich liegen, ist eine Vorfinanzierung des Films fast gar nicht mehr anders möglich, als das Kapital eines Medienfonds zu nutzen. Wie erfolgreich der jeweilige Medienfonds und somit auch das getätigte Investment des Anlegers sein kann, hängt natürlich ganz entscheidend davon ab, wie erfolgreich die Produktion wird. Beim Kinofilm gilt als Maßstab für den Erfolg in erster Linie, wie viele Besucher sich den Film im Kino angeschaut haben. Da man im Vorhinein nur sehr schlecht beurteilen kann, wie erfolgreich ein Film wirklich wird, also auf welche Akzeptanz dieser beim Publikum stößt, handelt es sich bei dem Investment in Medienfonds um eine relativ riskante Möglichkeit der Kapitalanlage.
Für das Investment in Medienfonds spricht auf der anderen Seite allerdings für den etwas risikofreudigeren Anleger durchaus die Tatsache, dass man eine relativ hohe Rendite erzielen kann. Das ist zum Beispiel dann möglich, wenn der Medienfonds in die Produktion eines so genannten Blockbusters investiert.
Filme dieser Art, wie zu Beispiel Star Wars, Herr der Ringe oder Harry Potter, spielen mitunter schon in den erster 2-3 Wochen nach dem Kinostart die gesamten Produktionskosten wieder ein, sodass auch der Medienfonds sehr hohe Gewinne erzielen kann. Seit der Steuernovelle im Jahre 2005 ist allerdings aufgrund des Wegfalls der Möglichkeit der Verlustzuweisung auch der Medienfonds für immer weniger Anleger interessant geworden, da Medienfonds nicht mehr als Steuersparmodelle wie zuvor angeboten werden können. Dennoch sind Medienfonds insgesamt ein sehr interessantes Investment, bei dem sich allerdings Chancen und Risiken nahezu im Verhältnis 1:1 gegenüber stehen.