Neuemission

Immer dann, wenn entweder eine neue Anleihe oder eine Aktie den Anlegern zum Erwerb angeboten werden, dann wird dieser Vorgang auch als Emission oder als Neuemission bezeichnet. Die Neuemission ist streng genommen die Ausgabe von Anleihen und Aktien, welche bisher noch nicht am Markt vertreten waren, während eine Emission auch die Ausgabe von Aktien oder Anleihen beinhalten kann, die bereits zuvor schon an der Börse notiert gewesen sind. Eine Neuemission wird stets seitens des jeweiligen Unternehmens veranlasst, welches Aktien oder auch Anleihen an den Markt bringen möchte. Durchgeführt wird die Emission dann jedoch in der Praxis fast immer durch verschiedenen Banken, die zu diesem Zwecke ein Konsortium bilden. Dieser Zusammenschluss der Banken hat einzig und alleine das Ziel, die Neuemission durchzuführen, wobei es meistens eine federführende Bank gibt, die auch als Konsortialführerin bezeichnet wird. Die Unternehmen emittieren Aktien und Anleihen im Grunde fast immer zu einem Zwecke, nämlich zum Erhalt von neuem Kapital, welches ihnen durch die Einnahmen aus der Platzierung der Aktien oder Anleihen und dem Verkauf an die Anleger zufließt. In beiden Fällen, also sowohl bei der Emission von Aktien als auch von Anleihen, gibt es im Zusammenhang mit der Neuemission eine so genannte Zeichnung. Die Zeichnung ist im Prinzip ein Zeitraum vor der Einführung der Wertpapiere an der Börse, also vor der erste Handelbarkeit der Finanzprodukte. Im Rahmen dieser Zeichnung können interessierte Anleger sich Aktien oder Anleihen aus der Emission praktisch "reservieren" lassen. Der Vorteil für den Anleger kann darin liegen, dass er die im Rahmen der Neuemission erhaltenen Wertpapiere dann zu einem günstigeren Preis erhält, als wenn er am ersten Handelstag an der Börse "zuschlagen" würde. Im Zuge der Emission bzw. der Zeichnung von Aktien wird daher auch stets ein Zeichnungspreis festgelegt, der sich nach Umfang von Angebot und Nachfrage richtet.

Damit ein Unternehmen überhaupt eine Neuemission durchführen darf, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein und Richtlinien beachtet werden. Die gesamte Organisation übernimmt jedoch meistens das Bankenkonsortium bzw. die Konsortialführerin. In der Vergangenheit gab es einen Zeitraum von mehreren Jahren, welcher auch als die "goldenen Zeit der Neuemissionen" bezeichnet wird. Dieser Zeitraum zwischen 1997 und 2000 war geprägt vom neu entstandenen Neuen Markt als Segment an der Frankfurter Wertpapierbörse.