Offene Fonds
Fonds lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden, wobei es eine Haupteinteilung der Fonds gibt, weil sich diese beiden Gruppen von Fonds sehr stark in der Struktur voneinander unterscheiden. Die Rede ist von den geschlossenen Fonds und von den offenen Fonds. Als offenen Fonds werden im Grunde alle diejenigen Fonds bezeichnet, die man als Anleger aus der Praxis auch kennt, während es sich bei den geschlossenen Fonds um sehr spezielle Fonds handelt, die dem "Normalanleger" zwar auch zugänglich sind, dennoch aber eher für spezielle Investmentvorhaben geeignet sind. Die offenen Fonds lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen, nämlich Aktien-, Renten-, Immobilien- und die Geldmarktfonds. Kennzeichnendes Merkmal aller offenen Fonds ist vor allem, dass die Fondsanteile vom Anleger zu jedem beliebigen Zeitpunkt erworben werden können, und auch zu jedem beliebigen Zeitpunkt wieder veräußert werden können. Es gibt also bei den offenen Fonds keine Haltefristen, wie es bei den geschlossenen Fonds der Fall ist. Aufgrund dieser Tatsache sind die offenen Fonds alle mit einer sehr hohen Verfügbarkeitsrate ausgestattet. Die Fonds werden zwar nicht an der Börse gehandelt, aber dennoch sorgt die Fondsgesellschaft dafür, dass täglich ein Fondspreis ermittelt wird, zu welchem der Anleger die Anteile bei Bedarf an die Fondsgesellschaft zurückgeben kann. Dieser Fondspreis der offenen Fonds wird einmal täglich festgestellt, indem die Fondsgesellschaft ihr gesamtes Vermögen durch die umlaufenden Fondsanteile dividiert. Bei vielen Fonds wird dann zu diesem Rücknahmepreis noch ein Ausgabeaufschlag hinzu gerechnet. Ebenfalls ein typisches Merkmal für die offenen Fonds ist, dass der Anleger schon ab sehr geringen Beträgen die jeweiligen Anteile erwerben kann. Ein Kauf ist im Rahmen eines Sparplans meistens schon ab 25 Euro oder 50 Euro möglich, bei der Einmalanlage muss man normalerweise ganze Fondsanteile kaufen, aber auch hier liegt der Preis oftmals nicht über 100 Euro. Offene Fonds unterscheiden sich innerhalb der vier genannten Untergruppen vor allem in der Rendite und natürlich darin, in was der Fonds genau investiert. Möchte man beispielsweise auf sehr sichere Weise in die offenen Fonds investieren, dann sollte man sich für die Geldmarktfonds oder für verschiedenen Rentenfonds entscheiden. Auch die offenen Immobilienfonds gelten im Grunde als relativ sicher.
Bei den Aktienfonds ist das Risiko höher, hier kommt es entscheidend auf die Haltedauer an, denn ab einer Anlagedauer von zehn Jahren aufwärts liegen auch die Aktienfonds bisher meistens im Plus. Bei den offenen Fonds muss man grundsätzlich drei mögliche Arten von Kosten und Gebühren beachten, neben den ohnehin meistens anfallenden Depotgebühren. Handelt es sich bei dem offenen Fonds um einen so genannten Classic-Fonds, dann wird dem Rücknahmepreis ein Ausgabeaufschlag hinzu gerechnet. Diesen muss der Anleger beim Kauf der Anteile zahlen und der Ausgabeaufschlag bewegt sich in einem Rahmen zwischen zwei bis knapp über fünf Prozent. Hinzu kann noch eine jährlich anfallende Managementgebühr kommen. Beim Tradingfonds fällt ebenfalls eine Managementgebühr an, der Ausgabeaufschlag wird jedoch durch eine jährliche Vertriebsgebühr/Verwaltungsgebühr "ersetzt".