Optionsanleihe

Eine von vielen speziellen Anleihearten ist unter anderem auch die Optionsanleihe. Mit einem Satz erläutert ist die Optionsanleihe von der Grundstruktur her eine Anleihe, welche zudem noch ein Recht beinhaltet, dass der Inhaber bestimmte Aktien beziehen kann. Zunächst ist die Optionsanleihe also ein "ganz normales" verzinsliches Wertpapier, rechtlich gesehen also ein so genanntes Gläubigerpapier. Der Anleger und Käufer der Anleihe bekommt demnach sein Kapital am Ende der Laufzeit zu 100 Prozent zurück und hat ferner einen Anspruch auf Zahlung des Zinssatzes, welcher in den Optionsbedingungen festgelegt worden ist. Gehandelt werden die Optionsanleihen fast ausnahmslos über die Börse, sodass auch stets ein aktueller Kurs der Anleihe vorhanden ist, der sich während der Laufzeit natürlich auch unter- oder oberhalb von 100 Prozent bewegen kann. Meistens werden die Optionsanleihen mit einem Nennwert von 1.000 Euro emittiert und die zu erzielende Rendite ist hier sehr unterschiedlich und kann daher kaum genauer beziffert werden. Es kommt in diesem Zusammenhang auch sehr darauf an, wer die Optionsanleihe emittiert. Meistens sind das Aktiengesellschaften, welche dann im Rahmen der Konstruktion der Anleihen auch die Option auf den Kauf der eigenen Aktien bieten. Diese Option ist auch das eigentlich Charakteristische der Optionsanleihe, welches diese von anderen Anleihearten unterscheidet. Die Option wird durch den Optionsschein verbrieft, der in der Regel zur Anleihe gehört. Inhalt der Option ist es, dass der Anleger durch Ausübung der Option das Recht hat, bestimmte Aktien zu einem Preis zu erhalten, der ebenfalls in den Bedingungen der Optionsanleihe bereits genannt ist. Allerdings ist der Anleger und Inhaber der Optionsanleihe keineswegs verpflichtet die Option auch auszuüben, sondern er kann die Optionsanleihe alternativ als "ganz normales" festverzinsliches Wertpapier nutzen und bei Fälligkeit erhält er sein Kapital zurück. Auch nach Ausübung der Option hat die Optionsanleihe übrigens weiterhin Bestand, was sie zum Beispiel von der Wandelanleihe unterscheidet. Wie bereits kurz erwähnt, werden die Optionsanleihen an der Börse notiert, und zwar in drei verschiedenen Varianten. Es gibt zum einen die vollständige Optionsanleihe, in der Börse auch als "cum" bezeichnet.

Diese Optionsanleihe beinhaltet noch die Optionsscheine, welche zur Ausübung der Option notwendig sind. Auf der anderen Seite werden aber auch Optionsanleihen gehandelt, welche den Optionsschein nicht mehr besitzen. Diese bezeichnet man demzufolge als "ex". Neben der Optionsanleihe selber werden heutzutage sehr häufig auch nur noch die "losgelösten" Optionsscheine gehandelt, welche dann die dritte Variante darstellen. Generell kann man festhalten, dass die Optionsanleihen vor allen Dingen für Anleger sehr gut geeignet sind, die zwar grundsätzlich zunächst in ein sicheres und festverzinsliches Wertpapier investieren möchte, sich aber dennoch die weitere Möglichkeit offen halten möchten, zusätzlich noch in Aktien zu investieren.