Pfandbrief
Eine der sichersten Arten von Rentenpapieren sind die Pfandbriefe. Diese Anleihen stehen eng in Verbindung mit Hypothekendarlehen und einer Grundschuld, welche in Kombination mit den Pfandbriefen als Absicherung dienen. Ausgegeben werden die Pfandbriefe ausschließlich von so genannten Realkreditinstituten. Deren Geschäftstätigkeit besteht darin, auf der einen Seite die Pfandbriefe auszugeben und so von den Anlegern Kapital zu sammeln. Auf der anderen Seite wird dieses Kapital dann als Hypothekendarlehen an Kunden vergeben, die eine Immobilienfinanzierung vornehmen möchten. Die relativ hohe Sicherheit der Pfandbriefe kommt nun daher zustande, weil die vergebenen Kredite durch Grundschulden abgesichert sind und so das Ausfallrisiko beim Kredit und somit auch das Ausfallrisiko bezüglich der Rückzahlung des Anlegerkapitals relativ gering ist. Pfandbriefe werden in der Regel an der Börse gehandelt und sind mit einem festen Zinssatz ausgestattet. Der Anleger erhält somit Jahr für Jahr eine Ertragsausschüttung in Form der Zinsen. Das Zinsniveau bewegt sich allerdings eher auf einem Niveau unter dem Durchschnitt, wenn man sich viele andere Anleihearten im Vergleich betrachtet. Der Zinssatz kann natürlich nie höher sein als die Kreditzinsen, die jeweils aktuell für Hypothekendarlehen veranschlagt werden. Da Kunden derzeit (April 2010) ein Hypothekendarlehen bereits zu einem Zinssatz ab drei Prozent erhalten können, kann der Zinssatz für die Pfandbriefe in diesem Fall maximal bei 2,50 Prozent liegen, da die Bank natürlich von dieser Zinsspanne lebt. Pfandbriefe werden meistens ab einem Nennwert von 5.000 Euro ausgegeben und es handelt sich dabei um sehr langfristige Wertpapiere. Die Laufzeit der Pfandbriefe beträgt selten unter zehn Jahren, oftmals haben diese Anleihen auch eine Laufzeit von 30 Jahren.
Auch diese Tatsache kommt deshalb zustande, weil auch die Hypothekendarlehen solch lange Laufzeiten haben. Das Realkreditinstitut muss insgesamt natürlich genau darauf achten, dass die Laufzeiten von Pfandbriefen und vergebenen Darlehen weitestgehend übereinstimmen. Denn es wäre fatal, wenn die Bank vereinfacht gesagt Pfandbriefe für mit zehn Jahren Laufzeit emittiert, auf der anderen Seite aber Hypothekendarlehen für 15 Jahre vergibt. In diesem Fall müsste dann nämlich das Kapital aus den Pfandbriefen nach zehn Jahren zurück gezahlt werden, obwohl das Kapital als Kredit für 15 Jahre verliehen wurde, was natürlich nicht funktionieren kann.