Private Altersvorsorge

Sie kennen das sicher auch. Jeden Tag hört und liest man in den Medien von den Folgen der leeren Rentenkassen. Hier wird angedacht, das Eintrittsalter zu erhöhen, dort, die Renten zu kürzen usw. Man hört von Nullrunden bei den Renten, von gesetzlicher Rente und privater Altersvorsorge. Selbst die Politiker, die noch vor wenigen Jahren Aussagen wie "Die Rente ist sicher" trafen, zweifeln heute an deren Finanzierbarkeit und raten zur zusätzlichen privaten Vorsorge. Eines ist allen klar, es gibt nur zwei Möglichkeiten. Den Lebensstandard im Alter immens absenken oder schon in jungen Jahren mit der Vorsorge zu beginnen, z. B. mittels Riester-Verträgen, Kapitallebens- oder Rentenversicherungen. Mit diesen Verträgen können Sie auch im Alter Ihren heutigen Lebensstandard aufrecht erhalten. Den Beginn Ihrer "zweiten lebenslangen Rente" können Sie unabhängig von den gesetzlichen Änderungen, die im Gespräch sind, bestimmen. Die Versicherungen bieten hier meist das 60. bzw. 65. Lebensjahr als Leistungsbeginn an. Stehen Sie im Berufsleben, ist auch die betriebliche Altersvorsorge ein weiterer Baustein zur Sicherung Ihrer Versorgung im Alter. Der Arbeitgeber beteiligt sich hier meist mit einem Zuschuss. Seit 2002 gibt es für Pflichtversicherte die Möglichkeit der Entgeltumwandlung zu Gunsten einer betrieblichen Altersvorsorge in Höhe von bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung. Auch tarifvertragliche Ansprüche können umgewandelt werden, sofern der Tarifvertrag dies zulässt. Dies ist sicher eine gute Möglichkeit, die jedoch auch einen entscheidenden Nachteil hat. Der Anleger muss jahrzehntelange monatliche Verpflichtungen eingehen, die oftmals aufgrund von eintretender Arbeitslosigkeit o. a. nicht eingehalten werden können. Wollen Sie dieses festgelegte Geld in einer Notsituation früher ausgezahlt bekommen, müssen Sie auch noch mit hohen Verlusten rechnen. Bei der sogenannten Riesterrente ist auch noch der erhaltene staatliche Zuschuss komplett zu erstatten. Eine Alternative zu diesen Versicherungen sind Sparpläne für Investmentfonds, die meist auch eine höhere Rendite abwerfen. Mit Bausparverträgen, die durch Einzahlung der vermögenswirksamen Leistungen und staatliche Zuschüsse angespart werden, hat man eine weitere Möglichkeit fürs Alter vorzusorgen.

Bereits nach sieben Jahren kann man frei über das angesparte Geld verfügen. Sie können es direkt in eine Anlage investieren, die Ihnen hohe Renditen verspricht oder sich bereits als Zusatzrente auszahlen lassen. Obwohl es Bausparverträge sind, sind Sie nicht gezwungen, zu bauen und dürfen die staatlichen Zulagen trotzdem behalten. Bei den Versicherungen legen Sie sich standardmäßig auf eine Laufzeit von zwölf (!!!) Jahren fest, bei Bausparverträgen "sparen" Sie fünf Jahre, weshalb diese besonders auch für ältere Anleger interessant sind, die sich "schnell" eine Zusatzrente aufbauen möchten. Sie sichern sich also durch die private Altersvorsorge nicht nur Ihren Lebensstandard und erhalten ein garantiertes, monatliches, zweites Einkommen - nein, Sie werden für Ihr Engagement auch noch vom Staat mit vielen Zuschüssen belohnt. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten, die man in drei Schichten, je nach dem Umfang der staatlichen Förderung, unterteilt: die Basisversorgung, die Zusatzversorgung und die Kapitalanlegerprodukte.