Rating

Bei nahezu jeder Art von Geldanlage sind bestimmte Risiken vorhanden, die der Anleger kennen sollte, bevor er sich für die eine oder andere Anlageform entscheidet. Ein Risiko, welches bei fast allen Formen der Geldanlage auftritt, außer den Investmentfonds, ist das Emittentenrisiko. Dieses Risiko beinhaltet, dass der Emittent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen könnte, zu denen auch die Rückzahlung von Kunden Einlagen gehört. Hat man beispielsweise eine Anleihe eines Unternehmens gekauft und geht dieses Unternehmen als Emittent der Anleihe in die Insolvenz, so wird man sein investiertes Kapital in vielen Fällen nicht zurück erhalten können. Besonders bei Anleihen gibt es große Unterschiede, was das jeweils vorhandene Emittentenrisiko angeht. Aus diesem Grunde wurde vor vielen Jahren ein System geschaffen, welches die Emittenten von Finanzprodukten nach bestimmten Kriterien hinsichtlich ihrer Bonität beurteilen soll. Dieses System wird auch als Rating bezeichnet und von den so bezeichneten Rating Agenturen durchgeführt. Hauptziel vom Rating ist die Beurteilung der Kreditwürdigkeit bzw. der Bonität vom Emittenten. Warum ist diese Beurteilung wichtig? Je besser die Bonität des Emittenten ist, desto sicherer kann sich der Anleger sein, dass er sein investiertes Kapital zum Fälligkeitstermin wieder zurück bekommt. Daher kann sich der Anleger nach dem erfolgten Rating richten und erkennen, bei welchem Emittenten er mit einem hohen und bei welchem Emittenten mit einem geringen Risiko rechnen muss. Nach welchen Kriterien die Bewertung seitens der Rating Agenturen genau erfolgt ist nicht bekannt. Die beiden weltweit größten und bekanntesten Rating-Agenturen, deren Hauptaufgabe in der Bewertung von Emittenten liegt, seien es Staaten, Banken oder sonstige Unternehmen, sind die beiden US-amerikanischen Firmen Standard & Poors und Moodys. Das Rating an sich erfolgt allerdings nicht nach dem in Europa gängigen Ziffern-System, sondern nach einem Buchstaben-System, den so genannten Rating-Codes. Das bekannteste Rating-System basiert auf einer Abstufung zwischen den Buchstaben bzw. den Buchstaben-Kombinationen AAA bis hin zu D. Die beste Bewertung im Rahmen des Rating ist die Buchstabenkombination "AAA", auch unter der Bezeichnung Triple-A bekannt.

Darauf folgend gibt es weitere Abstufungen von AA, über A, BBB, BB, B, CCC, CC und C bis hin zur schlechtesten Bewertung mit dem Code D. Während die Emittenten mit dem Rating AAA als sehr sicher eingestuft werden, gelten Wertpapiere des Emittenten mit der Einstufung C und D als hochspekulativ. Bereits dann, wenn das Rating bei BB oder schlechter liegt, werden die von diesen Emittenten ausgegebenen Anleihen schon als Junk-Bonds (Schrott-Werte) bezeichnet. Auf diesen "Schrott-Status" wurden aktuell (Mai 2010) zum Beispiel die griechischen Staatsanleihen herab gestuft. Anleger, die eine sehr sichere Anleihe als Geldanlage suchen, sollten sich daher für eine Anleihen entscheiden, dessen Emittent das Rating AAA oder AA+ hat.