Sparbriefe

In den Bereich der verzinslichen und langfristigen Geldanlagen fallen unter anderem auch die Sparbriefe. Diese werden sowohl von Banken als auch von Sparkassen ausgegeben, dort meistens unter der Eigenbezeichnung Sparkassenbrief, und dienen den Kunden als langfristige und sichere Form der Geldanlage. Auch wenn der Begriff "Spar" in der Bezeichnung Sparbriefe enthalten ist, so handelt es sich bei den Sparbriefen dennoch nicht um Spareinlagen im rechtlichen Sinne. Dieses hat unter anderem zur Folge, dass Sparbriefe normalerweise nicht in den Bereich der Einlagensicherung fallen und somit für den Kunden schon ein etwas höheres Emittentenrisiko vorhanden ist, als es bei Spareinlagen der Fall ist. Es handelt sich bei den Sparbriefen konkret um Schuldverschreibungen der Bank, die außerbörslich an den Kunden und Anleger verkauft werden. Sparbriefe besitzen keine Börsenfähigkeit und können ausschließlich direkt bei der Bank erworben werden. Kennzeichnend für alle Formen der Sparbriefe ist die feste Verzinsung während der gesamten Laufzeit. Man unterscheidet im Grunde inzwischen vier verschiedene Arten von Sparbriefen, die sich vor allem durch die Art und auch durch den Zeitpunkt unterscheiden, an welchem die Zinsen gezahlt werden. Die vier verschiedenen Arten sind der normal verzinsliche Sparbrief, der abgezinste Sparbrief, der aufgezinste Sparbrief und der Sparbrief mit einem steigenden Zinssatz. Am häufigsten wird in der Praxis der normal verzinsliche Sparbrief verwendet. Wie die anderen Sparbrief-Formen auch, besitzt dieser eine Laufzeit zwischen vier und zehn Jahren, was vor allem von der jeweiligen Bank abhängig ist. Die Zinsen werden hier jährlich einmal ausgezahlt und auf ein separates Konto überwiesen. Beim normal verzinslichen Sparbrief ist der Zinssatz während der gesamten Laufzeit gleich hoch und richtet sich lediglich nach der Anlagedauer, falls die Bank verschiedene Varianten des Sparbriefes anbieten sollte, zum Beispiel einen vier-, sechs- und achtjährigen Sparbrief. Bei dem aufgezinsten Sparbrief erfolgt die Zahlung der Zinsen hingegen am Ende der Laufzeit, und zwar in einer Gesamtsumme. Zuvor werden keine Zinsen ausgezahlt, wie beim normal verzinslichen Sparbrief.

Das Gegenteil ist bezüglich der Zinszahlung der abgezinste Sparbrief. Hier werden die Zinsen zwar auch am Laufzeitende gezahlt, aber nur indirekt. Man erwirbt den Sparbrief nämlich zu einem Preis unter dem Nennwert, bekommt aber bei Fälligkeit den Nennwert zurück, woraus sich faktisch die Zinsen ergeben. Beim Sparbrief mit steigenden Zinssätzen handelt es sich von der Art der Zinszahlung her um einen normal verzinslichen Sparbrief, nur dass der Zinssatz eben von Jahr zu Jahr etwas höher wird, vergleichbar mit den Bundesschatzbriefen. Eine vorzeitige Verfügung ist übrigens bei den Sparbriefen im Gegensatz zu den Spareinlagen nicht möglich.