Staatsanleihen

Eine der vielen verschiedenen Anleihen, welche heute für den Anleger am Finanzmarkt erhältlich sind und angeboten werden, sind unter anderem auch die Staatsanleihen. Die Staaten zählen neben den Banken und anderen Unternehmen zu den drei größten Emittenten von Anleihen. Nahezu jeder Staat dieser Erde versucht durch die Ausgabe von Anleihen Kapital zu erhalten, welches er für die verschiedensten Zwecke nutzen kann. Der Vorteil für den Staat als Emittenten besteht darin, dass er durch die Ausgabe von Staatsanleihen in der Regel günstiger an Kapital gelangen kann, als wenn er einen Kredit aufnehmen müsste. Das Charakteristische an Staatsanleihen, was diese grundsätzlich von anderen Arten von Anleihen unterscheidet, ist also zunächst einmal nur, dass ein Staat der Emittent der Anleihen ist. Ferner zeichnet die Staatsanleihen aus, dass die meisten dieser Anleihen börsenfähig sind und daher auch von den Anlegern über die Börse gekauft und verkauft werden können. Meistens haben die Staatsanleihen einen Nennwert von mindestens 1.000 Euro, unter diesem Wert kann man demnach nicht in Staatsanleihen investieren. Ein weiteres Merkmal der Staatsanleihen ist unter anderem, dass die Laufzeiten der Anleihen meistens recht lang sind. Da der Staat das zur Verfügung gestellte Kapital sehr häufig auch langfristig benötigt, haben Staatsanleihen regelmäßig Laufzeiten von mindestens fünf Jahren, üblich sind hier zehn Jahre und nicht wenige Staatsanleihen werden sogar mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren ausgegeben, wie zum Beispiel auch die Bundesanleihe. Fast immer sind Staatsanleihen mit einem festen und garantierten Zinssatz ausgestattet, eine variable Verzinsung ist in diesem Bereich eher unüblich. Da Staatsanleihen, wie bereits erwähnt, an der Börse handelbar sind, verfügen sie auch über einen sich ändernden Kurs. Zwar bekommt man sein investiertes Kapital zum Nennwert zurück, aber aufgrund der oftmals langen Laufzeiten der Anleihen verkaufen viele Anleger die Staatsanleihen natürlich bereits vor Fälligkeit. In diesem Fall kann man natürlich nur zu dem aktuellen Kurs verkaufen und hat keinen Anspruch darauf, das man die Anleihen zum Nennwert zurück erhält. Viele Staatsanleihen sind gleichzeitig mit einem Währungsrisiko verbunden, wenn die Anleihe aus einem Staat kommt, der einen andere Währung als die des Anlegers hat. Bezüglich Sicherheit und Rendite gibt s große Unterschiede im Bereich der Staatsanleihen. Wie sicher die Anleihe ist bzw. wie kreditwürdig der Emittent, kann der Anleger am so genannten Rating ablesen.

Es handelt sich dabei um eine Bewertung des Emittenten, was die Bonität angeht und vorgenommen wird das Rating von diversen Rating Agenturen. Hat der Emittent Staat XY zum Beispiel als Rating ein "AAA" spricht dieses für eine sehr gute Bonität und die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass der Anleger sein Kapital zurück bekommt. Das Rating "B" ist hingegen schon eine Bewertung, bei welcher der Anleger ein deutlich höheres Risiko eingeht, dass er sein Kapital verliert, weil der Staat als Emittent dieses bei Fälligkeit der Anleihe nicht zurück zahlen kann. Abhängig von der Bonität ist meistens auch in größerem Maße der Zinssatz, der in der Anleihe verbrieft wird. Denn Emittenten mit einem schlechten Rating müssen den Zinssatz recht hoch halten, damit die Anleger überhaupt bereit sind, das erhöhte Risiko auf sich zu nehmen. Staaten mit einer sehr guten Bonität hingegen können den Zinssatz deutlich niedriger halten.