Die Einlagesicherung beim Tagesgeld

Viele Kunden entscheiden sich für die Geldanlage Tagesgeld, weil diese als sehr sicher gilt. Bei einem Tagesgeldkonto, welches bei einer deutschen Bank geführt wird, muss man weder ein Zins- und Kursrisiko, noch ein Währungsrisiko in Kauf nehmen. Das einzig bestehende Risiko, nämlich das Emittentenrisiko, wird in Deutschland sehr gut durch gleich drei verschiedene Systeme abgesichert. Zunächst einmal fällt das Tagesgeld, wie übrigens auch das Festgeld, die Spareinlagen und das Girokonto in den Bereich der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesteinlagensicherung. Diese beträgt derzeit in der Eurozone 20.000 Euro pro Kundeneinlage, wird aber ab 1. Juli 2009 auf 50.000 Euro und am 1. Januar 2011 nochmals auf 100.000 Euro erhöht. Bis zu diesem Betrag ist das die Einlage des Kunden auf einem Tagesgeldkonto gesetzlich geschützt. Das zweite System der Einlagensicherung sind die Einlagensicherungsfonds, welche die Banken auf freiwilliger Basis "betreiben". Die Banken versprechen sich hier im Grunde gegenseitig, bei einer Zahlungsunfähigkeit der betroffenen Bank für die Kundeneinlagen bis zu einer bestimmten Höhe "einzustehen". Wie hoch die maximale Absicherung ist, hängt vom Eigenkapital der Bank ab. In der Regel sind die Kundeneinlagen bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapital abgesichert, daher sollte dieser Aspekt beim Vergleich der Anbieter beachtet werden. In der Praxis stellt sich allerdings schon die Frage, ob die Mitgliedsbanken beim Einlagensicherungsfonds dann wirklich im Schadensfall unter Umständen einige Milliarden Euro an Einlagen der Kunden der betroffenen Bank zurück zahlen kommen.

Zudem ist in der Regel von einer Bankenpleite nicht nur eine Bank betroffen, sondern aufgrund der Geschäftsbeziehungen würden sicherlich noch weitere Banken mit "in den Abgrund gerissen werden". Als dritte Art der Einlagensicherung, die ebenfalls auch für den Bereich Tagesgeld gültig ist, existiert seit Herbst 2008 die offizielle Staatsgarantie der Bundesregierung. Diese besagt, dass alle Einlagen auf dem Giro-, Festgeld-, Spar und Tagesgeldkonto ohne betragsmäßige Begrenzung bei Insolvenz der Bank geschützt sind. Derzeit hat diese Garantie einen "Wert" von rund 500 Milliarden Euro, weil so viel Kundeneinlagen bei deutschen Banken in den genannten Anlagebereichen vorhanden sind. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Tagesgeld durch die Einlagensicherung zwar in Deutschland, auch im Vergleich zu vielen anderen Staaten, sehr gut geschützt ist, aber dass es auch hier keine einhundert prozentige Sicherheit geben kann.