Zinshopping und Tagesgeld

Beim Tagesgeld gibt es schon seit längerer Zeit den Begriff des Zinshopping. Was wie eine neue Sportart klingt, ist in den letzten Monaten und wenigen Jahren von vielen Anlegern auch wie eine Art Sport betrieben worden. Allerdings muss man direkt dazu sagen, dass auch die Banken nicht ganz unschuldig an diesem Trend sind, die sich lange Zeit mit immer neuen Höchstzinsen gegen seitig überboten haben. Verstärkt wurde das Zinshopping natürlich auch dadurch, dass weder beim Eröffnen noch beim Auflösen eines Tagesgeldkontos Gebühren anfallen, und da das angelegte Kapital ohnehin täglich verfügbar ist, ist ein Wechsel von einem zum anderen Anbieter natürlich leicht und schnell möglich. Ein Vergleich der Anbieter bzw. konkret ein Zinsvergleich ist also demnach sowohl im Bereich des Festgeld als auch in noch stärkerem Ausmaß gerade im Bereich des Tagesgeldkonto die Grundlage für ein erfolgreiches Zinshopping. In der Praxis sieht das Zinshopping so aus, dass man quasi als Vorbereitung zunächst anhand eines Vergleich herausfindet, welcher Anbieter im Moment die besten Zinsen im Bereich Tagesgeld offeriert. Bei diesem Anbieter eröffnet man dann im Folgenden ein Tagesgeldkonto, was heutzutage ohnehin zumeist online über das Internet möglich ist und somit nur wenige Minuten an Zeit in Anspruch nimmt. Häufig ist allerdings zu berücksichtigen, dass sehr hohe Konditionen mit einer Bedingung verknüpft sind. Neben seiner Eigenschaft als Neukunde, muss der Anleger zum Beispiel auch direkt sein Wertpapierdepot mit übertragen, um in den Genuss der sehr hohen Tagesgeldzinsen zu kommen. Die dann zu erhaltenden Zinskonditionen sind dann in der Regel für einen bestimmten Zeitraum fest zugesichert. Den zuvor durchgeführten Anbietervergleich führt man nun in einem regelmäßigen Rhythmus durch (wöchentlich oder monatlich) und wechselt dann immer zu dem Anbieter, der nach dem aktuellsten Vergleich die besten Tagesgeldzinsen anbietet.

Da die Tagesgeldzinsen derzeit (Juni 2009) allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau sind, und der "Überbietungskampf" der Banken ebenfalls beendet ist, hat das Zinshopping deutlich nachgelassen. Hinzu kommt noch der Aspekt, dass die Banken durch verschiedene Maßnahmen versuchen, dem stetigen Wechsel des Anbieters im Bereich Tagesgeld seitens des Kunden entgegen zu wirken. Dieses geschieht zum Beispiel dadurch, dass es immer seltener ein reines Tagesgeldkonto gibt, sondern es oftmals jetzt ein Girokonto mit Tagesgeldfunktion gibt, also ein Mischkonto. Das Hopping der Kunden wird hier dadurch eingeschränkt, dass man sein Girokonto natürlich nicht so leicht wie ein reines Tagesgeldkonto von einer Bank zur anderen verlagert.