Terminhandel
Es gibt am Finanzmarkt zwei grundsätzliche Arten von Handel, wenn man eine Unterscheidung hinsichtlich des Zeitpunktes trifft, wann die jeweiligen getätigten Geschäfte erfüllt werden müssen. So gibt es auf der einen Seite den so genannten Kassahandel und auf der anderen Seite den Terminhandel. Das Hauptmerkmal vom Kassahandel besteht darin, dass Geschäftsabschlüsse innerhalb von zwei Tagen erfüllt sein müssen und sich der Handel im Grunde vereinfacht ausgedrückt auf die Gegenwart bezieht. Findet also ein Verkauf von 50 Aktien an der Börse am Kassamarkt statt, dann müssen diese 50 Aktien auch spätestens am zweiten Tag nach Geschäftsabschluss an den Käufer geliefert worden sein, dass Geschäft muss also erfüllt sein. Beim Terminhandel hingegen werden die Geschäfte zwar auch in der Gegenwart abgeschlossen, sie beziehen sich jedoch auf ein Datum in der Zukunft und müssen auch erst an diesem zukünftigen Datum erfüllt werden. Dieses Datum kann durchaus einige Monate oder mitunter auch mehr als ein Jahr in der Zukunft liegen. Am Terminmarkt finden also Handelsabschlüsse statt, wobei die Ausführung der Geschäfte erst einige Wochen oder Monate später erfolgen wird. Während die Geschäfte im Bereich Kassahandel an der Präsenzbörse oder im Bereich Xetra-Handel stattfinden, werden solche Termingeschäfte an der EUREX (Terminbörse) abgeschlossen. Es gibt verschiedene Finanzinstrumente, auch als Derivate bezeichnet, die der Anleger zur Teilnahme am Terminhandel nutzen kann. Das sind in erster Linie die Futures, Optionen, CFDs und auch die Zertifikate fallen in diesen Bereich des Terminhandels. Kennzeichnend für all diese vier Produkte ist vor allem, dass der Anleger "heute" ein bestimmtes Recht erwirbt, welches er dann bis zu einem bestimmten Termin, nämlich dem Fälligkeitstag des Produktes, wahrnehmen kann. Klassisches Beispiel für ein Produkte im Bereich des Terminhandels ist der Optionsschein. Bei einem Optionsschein erwirbt der Käufer mit dem Kauf das Recht, einen Basiswert (Aktie, Index, Devisen) zu kaufen oder zu verkaufen, und zwar zu einem festgelegten Kurs und in der Zukunft. Das Geschäft findet demnach in der Gegenwart statt, wird aber dann durch das Ausüben der Option erst in der Zukunft erfüllt. Alle Derivate haben zudem gemeinsam, dass es sich um recht spekulative Finanzprodukte handelt. Das ergibt sich vor allen Dingen aus der Tatsache heraus, dass man als Anleger im Rahmen des Terminhandels natürlich im Grunde eine Wette darauf abschließt, in welche Richtung sich der Kurs einer Aktie, einer Währung oder der Punktestand eines Index in der Zukunft entwickelt wird.
Im Bereich Terminhandel kann man sowohl auf steigende Kurse "wetten", als durch verschieden Instrumente (so genannte Puts) auch von fallenden Kursen profitieren. Damit man als Anleger am Terminmarkt handeln kann, muss man eine so genannte Termingeschäftsfähigkeit besitzen, die von der jeweiligen Bank bzw. dem Broker erteilt wird. Der Kapitaleinsatz am Terminmarkt ist mitunter recht gering, dennoch können recht hohe Gewinne erzielt werden, aber auch deutliche Verluste sind jederzeit möglich.