Umschuldung
Unter einer Umschuldung versteht man die Aufnahme eines Kredits um einen oder auch mehrere bestehende Kredite abzulösen. Die Kreditablösung kann ganz unterschiedliche Gründe haben. So kann eine Umschuldung beispielsweise dann erforderlich sein, wenn die bestehenden Kredite eine Zinsbindung haben und kurz davor stehen, das Ende ihrer Laufzeit zu erreichen. Weiterhin kann eine Umschuldung auch deshalb vorgenommen werden, um bestehende Kredit zusammenzufassen und somit mehr Überblick zu erlangen. Zunächst einmal soll das erste Beispiel aufgegriffen werden. Auf Kredite und Darlehen mit fester Laufzeit trifft man vor allem im Bereich der Immobilienfinanzierung. Üblicherweise haben die Darlehen eine Laufzeit bzw. eine Zinsbindung von 10 bis 15 Jahren. Nachdem Ablauf der Zinsbindung muss eine Anschlussfinanzierung vorgenommen werden. Konkret bedeutet das, dass sämtliche Konditionen neu verhandelt werden - schließlich kann sich an den Zinsmärkten in der Zwischenzeit viel getan haben. Wird die Immobilienfinanzierung bei der bestehenden Bank fortgesetzt, so spricht man von einer Prolongation. Allerdings müssen sich die Darlehensnehmer nicht zwangsweise für die bisherige Bank entscheiden. Ihnen steht das Recht zu, sich für eine Umschuldung zu entschließen. In solch einem Fall wird das bestehende Darlehen nach Ablauf der Zinsbindung mit einem Umschuldungsdarlehen - das logischerweise bei einer anderen Bank aufgenommen wird - abgelöst. Wie in der Einleitung bereits erwähnt wurde, werden Umschuldungen auch vorgenommen, um bestehende Kredite zusammenzufassen.
Sollte beispielsweise jemand seinen Dispositionskredit voll ausgereizt und mit der Rückzahlung Schwierigkeiten haben - weil er zum Beispiel noch weitere Ratenkredite bedienen muss - so ist es durchaus sinnvoll, über eine Umschuldung nachzudenken. Ziel ist es, alle Kredite abzulösen und in einem großen Kredit zusammenzuführen. Auf diese Weise kann der Kreditnehmer mehr Überblick gewinnen und gleichzeitig von attraktiveren Zinsen profitieren. Gerade die Ablösung von Dispositionskrediten ist sehr empfehlenswert, da mit Hilfe einer Umschuldung die Zinslast sich relativ einfach um 30 bis 50 Prozent senken lässt. Für den Kreditnehmer bedeutet das, dass er weniger Zinsen bezahlen muss und somit höhere Tilgungen leisten kann, um sich schneller zu entschulden.